Probenahme als strategischer Erfolgsfaktor
In vielen Branchen – vom Bergbau über Zement und Chemie bis hin zur Lebensmittelproduktion – entscheidet die Qualität des Schüttguts über Produktivität, Sicherheit, Kosten und die Verlässlichkeit gegenüber Kunden. Probenahme ist hier nicht nur ein zu vernachlässigender Kontrollpunkt, sondern eine zentrale Stellschraube der Prozessführung.
Meike Jungbluth beschreibt, warum:
- Prozessteuerung & Effizienz: Repräsentative Proben sind Grundlage für stabile Prozesse, weniger Ausschuss und einen ressourcenschonenden Betrieb.
- Automatisierung statt Handarbeit: Manuelle Probenahme ist zeitaufwendig, fehleranfällig und nicht selten auch ein Arbeitssicherheitsrisiko. Automatisierte Lösungen können Fehlerquoten senken und gleichzeitig die Sicherheit der Mitarbeitenden erhöhen.
- Gesetzliche Anforderungen & Nachweisführung: In vielen Bereichen sind Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Transparenz Pflicht. Automatisierte Probenahmesysteme helfen, diese Anforderungen systematisch zu erfüllen.
Statt einzelner Stichproben am Anfang oder Ende eines Prozesses rückt die kontinuierliche Prozessüberwachung in den Fokus: Qualitätssicherung wird Teil der laufenden Steuerung – ein Schritt in Richtung datengetriebene Produktion.
Vom Biomassekraftwerk bis zu Kräutern: wo automatisierte Probenahme eingesetzt wird
Anhand konkreter Beispiele zeigt Meike Jungbluth, wie vielfältig die Anwendungen sind. Roskopf liefert unter anderem Probenahmelösungen für:
- Holzhackschnitzel in Biomassekraftwerken
- Erz in der Rohstoffindustrie
- Kunststoffflakes aus recycelten PET-Flaschen
- Metallrecycling
- getrocknete Kräuter
Besonders spannend wird es bei heterogenen Schüttgütern, also Materialien mit stark wechselnder Zusammensetzung oder Korngröße. Hier kommt es darauf an, Proben so zu entnehmen, dass sie den Gesamtstrom wirklich repräsentativ abbilden – eine Aufgabe, bei der Erfahrung im Engineering und in der Praxis entscheidend ist.
Smart Factory? So weit, wie die Anlagenumgebung es zulässt
Automatisierte Probenahme ist ein Baustein auf dem Weg zur „Smart Factory“. Die Systeme von Roskopf können:
- über eine Vor-Ort-Steuerstelle bedient werden oder
- direkt in das Prozessleitsystem des Kunden eingebunden werden.
Wie „smart“ eine Lösung am Ende ist, hängt allerdings stark von der bestehenden Anlagenumgebung ab. Bei Neuanlagen lassen sich physische und digitale Welt oft enger verzahnen, sodass datenbasierte Entscheidungen einfacher werden. In Bestandsanlagen stehen zunächst häufig klassische Ziele im Vordergrund: bessere Qualitätssicherung, höhere Arbeitssicherheit und zuverlässige Prozessstabilität.
Nachfolge im Mittelstand: eine Geschäftsführerin ohne technischen Background
Ein wichtiger Teil der Podcastfolge widmet sich der Frage, wie Meike Jungbluth ihren Weg in die Geschäftsführung eines technischen Unternehmens gefunden hat – und was andere daraus lernen können.
- Ursprünglich kommt sie aus der Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung.
- Als die Roskopf-Unternehmensgruppe einen Nachfolger suchte, stand zunächst ein Verkauf im Raum.
- Durch den Kontakt im Rahmen dieses Prozesses ergab sich schließlich die Möglichkeit, als externe Nachfolgerin in die Gruppe einzusteigen.
Bemerkenswert: Die Übergabe verlief nicht konfliktgeladen, wie es bei Unternehmensnachfolgen oft der Fall ist. Im Gegenteil – der Sohn des Firmengründers Dr. Norbert Roskopf habe ihr „100 % Vertrauen“ geschenkt, berichtet Jungbluth. Über rund zehn Jahre führten sie die Gruppe gemeinsam, teilten Entscheidungen und Informationen transparent.
Hürden gab es eher auf Kunden- und Mitarbeitenden-Seite: Eine externe, weibliche Nachfolgerin ohne technischen Hintergrund – für viele überraschend. Vorurteile, etwa der „Fluch der dritten Generation“, begegneten ihr nicht selten.
Führung ohne Technikstudium: Fachwissen vs. Führungsexpertise
Spannend ist ihr Führungsverständnis: Führung und technische Expertise sind für sie zwei unterschiedliche Rollen, die sich ergänzen, aber nicht deckungsgleich sein müssen.
Wichtige Elemente ihres Ansatzes:
- Klare Rollen, Prozesse und Verantwortlichkeiten: Struktur schafft Transparenz – und damit Orientierung für Teams.
- Gemeinsame Werte im Team: Diese dienen als Anker, an dem sich Zusammenarbeit und Entscheidungen ausrichten.
- Fokus auf Stärken: Führung bedeutet, die richtigen Menschen mit den passenden Aufgaben zusammenzubringen.
Meike Jungbluth betont: „Ich muss nicht alles wissen – aber ich muss wissen, wer was weiß, und die Strukturen schaffen, damit dieses Wissen zusammenkommt.“
Unterstützt werden die Teams durch Coaching und validierte Persönlichkeitstests. Das Ziel: mitarbeiterorientierte Führung, die Diversität fördert und unterschiedliche Blickwinkel produktiv nutzt.
Das zahlt sich aus – nicht nur im Betriebsklima, sondern auch im Ruf des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber.
Frauen in technischen Branchen: Sozialkompetenz statt Perfektionsdruck
Im Gespräch geht es auch um den Blick auf Führungsrollen in der Industrie, insbesondere für Menschen ohne klassischen technischen Werdegang und für Frauen in der Branche.
Einige zentrale Botschaften:
- Führung ist verbindende Kompetenz: Es geht darum, Menschen und Kompetenzen zu vernetzen – technisches Wissen kann man sich aneignen, soziale und kommunikative Fähigkeiten sind mindestens genauso wichtig.
- Karrieren müssen nicht linear sein: Wer mehr Diversität in Führung möchte, braucht Offenheit für unterschiedliche Bildungs- und Berufswege.
- Entkopplung von Fach- und Führungsrolle: Organisationen können schneller auf Veränderungen reagieren, wenn Führungspositionen nicht zwangsläufig an tiefes Fachwissen gebunden sind.
Gerade in einem Umfeld, in dem Automatisierung und KI an Bedeutung gewinnen, sieht Jungbluth einen wachsenden Bedarf an Führungskräften, die Daten verstehen, aber Menschen inspirieren.
Ausblick: Daten, KI und die Rolle des Menschen
Im letzten Teil der Folge richtet sich der Blick nach vorn: Automatisierung und KI werden Prozesse in der Schüttgut- und Recyclingindustrie weiter verändern. Doch eines bleibt konstant: Entscheidungen treffen Menschen.
Technologie liefert Daten und Transparenz – die eigentliche Aufgabe von Führung wird es sein, diese Informationen sinnvoll einzuordnen, Prioritäten zu setzen und Teams mitzunehmen. Sozialkompetenz, Kommunikation und mutige, wertschätzende Führung werden aus Sicht von Meike Jungbluth eher wichtiger als weniger.
Roskopf auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund 2026
Wer tiefer in das Thema automatisierte Probenahme und Prozesssteuerung einsteigen möchte, hat dazu auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund am 18. und 19. März 2026 die Gelegenheit:
- Die Roskopf Maschinen- und Metalltechnik GmbH ist erneut als Aussteller vor Ort.
- Besuchende können sich über konkrete Lösungen für ihre Probenahme- und Qualitätsanforderungen informieren.
- Zusätzlich gibt es einen Vortrag von Meike Jungbluth zum Thema Unternehmensnachfolge und moderne Führung in technischen Branchen.
- Hier bitte noch den weiteren Vortrag zum Thema Probenahme aufführen
Die ganze Geschichte im Podcast
Dieser Blogbeitrag gibt nur einen Ausschnitt aus dem Gespräch wieder. Wer alle Details, Beispiele und persönliche Einblicke hören möchte, findet die komplette Folge in unserem Podcast:
BULK TALK – Der Podcast für eine innovative Schüttgut- und Recycling-Industrie Folge: Automatisierte Probenahme, Qualitätssicherung & erfolgreiche Führungsansätze
Hört gerne rein und lasst euch inspirieren – von praktischen Beispielen aus der Probenahmepraxis bis hin zu modernen Führungsansätzen im Sondermaschinenbau.
Aktualisiert am 28.01.2026, Quelle:
SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund, Easyfairs Deutschland GmbH
Fachmesse-Duo für die Schüttgut-, Prozess- und Recycling-Industrie