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18.–19. MÄRZ 2026
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Wissen, was drin ist – volle Transparenz im Stoffstrom

Mineralische Bau- und Abbruchabfälle gehören zu den mengenmäßig bedeutendsten Stoffströmen im Bauwesen. Gleichzeitig sind sie in ihrer Zusammensetzung so heterogen wie kaum ein anderer Abfallstrom. Beton, Ziegel, Asphalt, Naturstein, Gips oder Fremdstoffe treten selten sortenrein auf, sondern meist in wechselnden Mischungen, abhängig von Baualter, Rückbauweise und regionalen Gegebenheiten. Diese Variabilität stellt Recyclingunternehmen seit Jahren vor ein strukturelles Problem: Ohne verlässliche Informationen über die tatsächliche Zusammensetzung bleibt der Umgang mit dem Material von Unsicherheit geprägt.

Wie datenbasierte Bauschuttanalyse zur Grundlage moderner Kreislaufwirtschaft wird 

In vielen Betrieben basiert die Einschätzung von Bauschutt noch immer auf Erfahrung, Sichtprüfung und punktuellen Stichproben. Diese Verfahren sind nicht per se falsch, stoßen jedoch dort an ihre Grenzen, wo Materialströme groß, Prozesse kontinuierlich und Qualitätsanforderungen hoch sind. Was fehlt, ist eine belastbare, durchgängige Datengrundlage, die den Stoffstrom nicht nur punktuell beschreibt, sondern kontinuierlich abbildet. Genau diese Lücke rückt zunehmend in den Fokus der Branche – auch vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Qualität, Nachweisbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Sekundärbaustoffen.


Transparenz als wirtschaftliche Voraussetzung, nicht als Ideal 

Die Diskussion um Transparenz im Stoffstrom wird häufig im Kontext von Nachhaltigkeit geführt. Tatsächlich ist sie jedoch vor allem auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer nicht genau weiß, was im Material enthalten ist, muss Risiken einkalkulieren: Fehlchargen, aufwendige Nachsortierung, schwankende Produktqualitäten oder eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten. In der Konsequenz werden Materialien vorsorglich schlechter eingestuft, als sie tatsächlich sind – mit entsprechenden Erlöseinbußen.

Transparenz bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur Wissen, sondern Entscheidungsfähigkeit. Sie schafft die Grundlage dafür, Materialströme gezielt zu steuern, Prozesse anzupassen und Qualitäten reproduzierbar sicherzustellen. Anstatt reaktiv auf Abweichungen zu reagieren, können Anlagenbetreiber proaktiv handeln. Material wird nicht mehr nur verarbeitet, sondern verstanden.

Gerade bei mineralischen Abfällen ist dieser Perspektivwechsel entscheidend. Während Primärrohstoffe klar definierte Eigenschaften besitzen, müssen Sekundärrohstoffe diese erst nachweisen. Je besser dieser Nachweis gelingt, desto eher werden sie als gleichwertige Alternative akzeptiert. Transparenz ist damit kein begleitender Faktor, sondern eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Kreisläufe.


KI-basierte Analyse als Single Source of Truth für Abfallströme 

Klassische Bewertungsmethoden liefern wichtige Informationen, jedoch meist nur punktuell. Laboranalysen sind präzise, aber zeitaufwendig und nicht für eine lückenlose Prozessüberwachung geeignet. Manuelle Sichtkontrollen sind schnell, aber subjektiv und schwer skalierbar. Was fehlt, ist ein kontinuierlicher Blick auf den Stoffstrom – direkt im laufenden Betrieb.

Hier setzt das KI-gestützte Analysesystem von Optocycle an. Durch den Einsatz optischer Sensorik und intelligenter Auswertungsalgorithmen lassen sich mineralische Materialien direkt im Prozess erfassen und klassifizieren. Die Analyse erfolgt in Echtzeit, unabhängig von äußeren Einflüssen wie Staub oder wechselnden Lichtverhältnissen. Entscheidend ist dabei nicht nur die einzelne Messung, sondern die systematische Zusammenführung aller Daten.

Auf diese Weise entsteht eine konsistente, nachvollziehbare Datenbasis über den gesamten Stoffstrom hinweg – eine Single Source of Truth für Abfallströme. Sie bildet die Grundlage für operative Entscheidungen ebenso wie für strategische Fragestellungen: Welche Materialqualitäten fallen tatsächlich an? Wie stabil sind die Stoffströme über längere Zeiträume? Wo lassen sich Prozesse optimieren oder neue Vermarktungspotenziale erschließen?

Ein weiterer Vorteil KI-basierter Systeme liegt in ihrer Lernfähigkeit. Anders als regelbasierte Ansätze passen sie sich der realen Vielfalt des Materials an und verbessern ihre Genauigkeit kontinuierlich. Damit wird Transparenz nicht statisch, sondern dynamisch – sie wächst mit jedem Datensatz und mit jedem Prozessdurchlauf.

Von der Datenerfassung zur aktiven Prozesssteuerung

Der eigentliche Mehrwert datenbasierter Transparenz zeigt sich dort, wo Informationen in Handlungen übersetzt werden. Echtzeitdaten ermöglichen es, Materialströme gezielt zu lenken, Aufbereitungswege anzupassen und Qualitätsabweichungen frühzeitig zu erkennen. Prozesse werden stabiler, Ausschuss sinkt, und die Planbarkeit steigt.

Langfristig eröffnen sich darüber hinaus neue Perspektiven. Wenn Materialqualität nicht nur gemessen, sondern prognostiziert werden kann, verändert sich die Rolle von Recycling grundlegend. Aus einem reaktiven Umgang mit Abfällen wird ein vorausschauender, datengetriebener Prozess. In diesem Kontext gewinnen Konzepte wie digitale Stoffstrompässe oder prädiktive Qualitätsbewertung zunehmend an Bedeutung.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Anlagen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Verlässliche Daten erleichtern die Kommunikation zwischen Erzeugern, Aufbereitern und Abnehmern. Sie schaffen Vertrauen, reduzieren Transaktionskosten und tragen dazu bei, Sekundärbaustoffe als festen Bestandteil moderner Bauprozesse zu etablieren.


 

Optocycle auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK

Die Frage nach Transparenz, Datenqualität und digitaler Prozesssteuerung wird derzeit intensiv diskutiert – unter anderem im Umfeld der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK. Die Messe steht thematisch für genau jene Schnittstelle, an der klassische Aufbereitungstechnik auf digitale Werkzeuge trifft. Optocycle Gründer und Geschäftsführer Max-Frederick Gerken wird dazu einen Speaking Slot zum Thema „From Trash to Treasure: Analyse mineralischer Bauabfälle mit KI“ übernehmen (Rahmenprogramm). Ergänzend ist Optocycle in der StartUp Area in Halle 4, Stand 4-SU2 vertreten. Dort geht es weniger um Produktpräsentation als um den fachlichen Austausch darüber, wie KI-basierte Analyse heute bereits als zentrales Informationssystem im Recycling eingesetzt werden kann.


 

Fazit: Wissen schafft Wertschöpfung

Die Transformation der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen entscheidet sich nicht allein an Maschinen oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Sie entscheidet sich an der Frage, wie gut Stoffströme verstanden und gesteuert werden können. Transparenz ist dabei kein Zusatz, sondern die Grundlage jeder effizienten Wertschöpfung.

KI-basierte Bauschuttanalyse liefert das notwendige Wissen, um aus Unsicherheit Planungssicherheit zu machen. Sie schafft eine verlässliche Datenbasis, auf der Prozesse optimiert, Qualitäten gesichert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Oder anders formuliert: Wer weiß, was im Stoffstrom enthalten ist, entscheidet, welchen Wert er daraus generiert.


 

Aktualisiert am 11.02.2026, Quelle:

Picture of SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund, Easyfairs Deutschland GmbH

SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund, Easyfairs Deutschland GmbH

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