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18.–19. MÄRZ 2026
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Explosionsschutz in der Schüttgut- und Recycling-Industrie: Ein ganzheitlicher Ansatz

Explosionsschutz ist ein Thema, das in industriellen Prozessen oft erst dann Beachtung findet, wenn es zu einem Vorfall kommt. Dabei erfordert der Schutz vor Explosionen ein tiefgehendes Verständnis der physikalischen, technischen und organisatorischen Zusammenhänge. Dr. Johannes Lottermann, Chief Business Development Officer bei REMBE® GmbH Safety+Control® & Präsident des IND EX® e. V. , erläutert im aktuellen Bulk-Talk-Podcast, dass moderne Sicherheitsstrategien Explosionsschutz als kontinuierlichen Prozess betrachten, der den gesamten Produktlebenszyklus – von der Planung über den Betrieb bis hin zur Wartung und Entsorgung – begleitet.

Präventive Maßnahmen: Sicherheit beginnt bei der Vorbeugung

Analog zu modernen Assistenzsystemen im Automobilbereich, wie Spurhalte- oder Bremsassistenten, besteht die primäre Aufgabe im Explosionsschutz darin, ein Ereignis von vornherein zu verhindern. Dr.-Ing. Johannes Lottermann betont im Podcast, dass hierzu verschiedene technische Maßnahmen entscheidend sind: 

  • Reinigung und Wartung der Anlagen, um die Ansammlung von explosionsfähigen Stäuben zu verhindern. 
  • Inertisierung von Anlagenbereichen, um die Oxidationsbedingungen gezielt zu steuern. 
  • Vermeidung von Zündquellen durch konstruktive Gestaltung, regelmäßige Kontrolle elektrischer Komponenten und mechanischer Teile.
  • Erdungssysteme und konsequente Potenzialausgleichsmaßnahmen, um statische Aufladungen zu vermeiden. 

 

Diese präventiven Maßnahmen bilden das Fundament eines effektiven Explosionsschutzes und reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Explosionsereignisses erheblich. 


 

Konstruktiver Explosionsschutz: Schutz im Ernstfall 

Trotz  vorbeugender Maßnahmen kann es zu Explosionsereignissen kommen. Dr.-Ing. Johannes Lottermann vergleicht dies anschaulich mit einem Autounfall: Trotz aller Vorsichtssysteme wie ABS und ESP in Autos, greifen konstruktive Schutzsysteme wie Airbags und Sicherheitsgurte ein, die Explosionen druckentlasten oder unterdrücken. Dazu zählen: 

  • Explosionsdruckentlastungssysteme, die den Überdruck gezielt ableiten 
  • Explosionsunterdrückungssysteme, die Löschmittel in Bruchteilen von Sekunden aktivieren 
  • Explosionsentkopplungssysteme, die eine Ausbreitung der Explosion verhindern 

Neben der Technik ist auch die organisatorische Ebene entscheidend: Zuständigkeiten, Reinigungspläne und regelmäßige Schulungen tragen maßgeblich dazu bei, Risiken zu minimieren. 


Bewusstsein und Schulung: Die menschliche Komponente 

Dr.-Ing. Johannes Lottermann betont, dass das größte Potenzial im Explosionsschutz oft in Sorgfalt, Schulung und Disziplin liegt. Wer Anlagen sauber hält, innerhalb der Auslegungsparameter betreibt und potenzielle Zündquellen minimiert, reduziert das Risiko erheblich. Explosionsschutz wird so zu einem (sicherheits-)kulturellen und organisatorischen Unterfangen, dass das Verhalten und die Verantwortung aller Beteiligten einbeziehen. 

Index e.V.: Wissensbündelung und internationale Vernetzung

Ein zentrales Element für die Weiterentwicklung des Explosionsschutzes ist die Bündelung von Expertise und Forschung. Index e.V. (Intercontinental Association of Experts for Industrial Explosion Protection) bündelt Wissen, fördert Forschung und bietet eine neutrale Plattform für Austausch und Weiterbildung. Unter der Präsidentschaft von Dr.-Ing. Johannes Lottermann setzt der Verein auf Transparenz, internationale Vernetzung und „POWdfunding“-Ansätze, um die wissenschaftliche basierte Forschung um praxisgerechten Explosionsschutz voranzutreiben. 


 

Fazit: Explosionsschutz als integraler Bestandteil industrieller Prozesse

Explosionsschutz ist ein kontinuierlicher, integraler Prozess. Vorbeugende und konstruktive Schutzmaßnahmen sowie die Förderung von Bewusstsein und Verantwortungsbewusstsein bilden zusammen ein wirksames Schutzsystem. Organisation, Schulung und Technologie greifen ineinander, um Menschen, Anlagen und Umwelt zu schützen. 

Wer mehr über diese Themen erfahren möchte, kann das Gespräch mit Dr.-Ing. Johannes Lottermann im BULK TALK Podcast – der Podcast für eine innovative Schüttgut- und Recycling-Industrie nachhören. Für praxisnahe Einblicke, Networking und Fachvorträge lädt die SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund 2026 am 18. und 19. März ein. Dort findet auch das IND EX® Explosion Safety Forum am 18.3.2026 im Rahmen der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK statt.

Aktualisiert am 17.12.2025, Quelle:

Picture of SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund, Easyfairs Deutschland GmbH

SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK Dortmund, Easyfairs Deutschland GmbH

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